12. September 2006
Die Bayerin und der Preuß - wie alles begonnen hat...

Es war einmal ein schönes Hotel im Süden Germaniens, in Bayern. Dort wo der Hopfen wächst, Bier aus Eimern getrunken wird, Brezen zu jeder Zeit gegessen werden und der Leberkäse die Herzen aller Durchreisenden und Fremden höher schlagen läßt. In dem kleinen Örtchen Bad Gögging hat sich diese wahre Geschichte zugetragen, die zwei Menschen zueinander geführt und unsagbar glücklich gemacht hat.

Eines Tages führt die Arbeit eine ganz bezaubernde junge Dame in diesen besagten Ort, um der Hotelschenke neues Leben einzuhauchen. Wie das Schicksal bestimmt hat, sollten bald drei eigenartige Gestalten aus dem Norden Deutschlands, dort wo es keinen Dialekt, keine Berge und auch sonst nicht viel Eigenständiges gibt, für eine Woche Einzug halten. Ihrer Berufung nach kämpften sie unter anderem mit sieben Kühen und acht Rindern sowie viel schwarzem Gummi. Nach den harten Tagen, die nur echte Männer überstehen konnten, suchten sie neue Kraft in der Hotelschenke mit der innerlichen Anwendung von einigen Hopfenkaltschalen. Gleich am ersten Abend sorgte einer dieser Kämpfer für plötzliche Unruhe bei der jungen Dame, was sich dann auch nicht mehr beseitigen ließ. Dieser Kämpfer, der Größte der drei, war allerdings nicht in der Lage, die Situation zu erkennen. So verging diese Woche. Der Tag der Abreise war gekommen, die drei mußten weiterziehen, da sorgte eine Brieftaube plötzlich für Licht im Dunkeln. Von dort an blieb er mit der jungen Dame über Telegramme in Kontakt. Sein Leben führte ihn an unterschiedliche Orte, bis er nach vielen Monden zurückkehrte in diesen verträumten Ort. Diesmal zog es nur zwei der norddeutschen Tüddelkämpfer in den Süden. Die Situation war nun ungewohnt, nach dieser langen Zeit und der Tatsache, daß dieser rauhe Kämpfer in der Zwischenzeit mit einer Botschaft das Herz der unglaublich reizenden Dame verletzt hatte. Die ersten Tage und Nächte legte sich ein Mantel über die Stimmung, nichts Besonderes passierte. Scheinbar, doch das Herz hinter der Hotelschenke schlug immer noch schneller. Der zweite Kämpfer, der seinerzeit an einer Lebensmittelschwangerschaft leidete, suchte die Nähe zu Ihr. Die zwei verstanden sich gut und es wurde die ein oder andere Friedenspfeife geraucht. Als die zwei Kämpfer einige Tage Ruhe im Gebirge suchen wollten, ergab das Schicksal plötzlich eine geschichtsträchtige Kombination. Die beiden Preußen zogen mit einem Bergführer und der besagten jungen Dame in die romantisch Stille des Zillertals, eine wunderschöne Gegend einen Tagesmarsch entfernt. Dort angekommen folgte eine zünftigen Brotzeit sowie ein munteres Weingelage. Nun endlich wurde der große Kämpfer sehend. Er wurde in kürzester Zeit gefangen von der Ausstrahlung, den Blicken, der Stimme, dem Lachen, einfach dem ganzen Wesen dieser ganz bezaubernden jungen Dame. Doch plötzlich wußte dieser stählerne erfahrene Kämpfer keine Lösung, sollte er wirklich verzaubert worden sein? Er grübelte viel, so kann er nicht wieder in den Kampf mit den sieben Kühen ziehen und glaubte er sei krank, als er plötzlich auch noch zu allem Leid meinte sein Schnitzel würde sich freuen und sei aus Käse. Er schleppte sich dann schließlich mit den drei zurück nach Bayern, immer noch unglaublich ratlos. Wie kann ein so großer Mann so unbeholfen sein, warum läßt er sich nichts anmerken, braucht er keine Hilfe? Am folgenden Tag gab es zum Sonnenuntergang ein Festmahl mit viel und gut abgehangenem Fleisch. Als der zweite Kämpfer vorzeitig das Lager verlassen hatte, unterhielten sich die zwei, das erste Mal allein unter den vier blauen Augen. Nachdem das Mahl beendet war, gab es zur Nacht noch ein Telegramm der jungen Dame an den großen Kämpfer, der umgehend antwortete. Am folgenden Tag zog sie mit den zwei Gestalten erneut los, diemal im geheimen Auftrag in die nächstgelegene Provinz, unter anderem traffen sie auch ihre Eltern auf dem Familiengroßgrund. Der Tag zog weiter und nachdem die erste Burg bezwungen war, fand sich der gößerer der beiden Kämpfer plötzlich in einem fremden Gewand wieder, aus Leder! Dieses ungewohnte Erscheinungsbild sorgte allerdings für Begeisterung, sollte das der erste Schritt zur Einbürgerung eines Preußen sein? Als die Sonne unterging und sich die drei auf einem Vergnügungsfest befanden, passierte endlich das längst Überfällige, er ergriff in genau abgepaßter Situation, als die zuvor gefangene Giraffe nicht guckte, ihre Hand. Von diesem Moment an schlugen zwei Herzen schneller. Die folgenden Stunden in ihrer Residenz führte die beiden dicht zusammen.

Von da an gab es nun zwei so glückliche Menschen, die durch Ihre Liebe und gute Laune andere mitreißen konnten und von allen Seiten Segenswünsche erfuhren.